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Lebenslauf schreiben: Aufbau, Muster und Tipps

Aktualisiert am · 14 Min. Lesezeit

Der Lebenslauf ist das Dokument, das Personaler zuerst und am gründlichsten anschauen. Oft entscheidet ein kurzer Blick darauf, ob sie weiterlesen oder nicht. Die gute Nachricht: Ein guter Lebenslauf ist kein Kunstwerk, sondern ein klar sortierter Überblick über das, was du kannst und gemacht hast. Hier bekommst du den kompletten Aufbau, ehrliche Antworten auf die typischen Streitfragen wie Foto, Geburtsdatum oder Unterschrift, viele Beispielsätze aus echten Berufen und ein Muster, das du direkt übernehmen kannst. Egal ob du in der Pflege arbeitest, im Lager, an der Kasse, im Büro oder gerade erst mit der Schule fertig bist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Lebenslauf in Deutschland ist tabellarisch und umgekehrt chronologisch aufgebaut: die aktuelle Station steht oben.
  • Ein bis zwei Seiten reichen für fast alle Bewerbungen, für Azubis und Berufseinsteiger genügt meist eine Seite.
  • Religion, Familienstand, Namen der Eltern und ein Foto sind freiwillig, weil sie nichts über deine Eignung aussagen.
  • Aufgaben wirken stärker, wenn du sie als Ergebnis formulierst: was du getan hast und was dabei herauskam.
  • Sprachkenntnisse gibst du am besten nach dem Europäischen Referenzrahmen an, also mit Stufen von A1 bis C2.
Inhalt
  1. Was ist ein tabellarischer Lebenslauf?
  2. Was Studien und Zahlen zeigen
  3. Wie ist ein Lebenslauf aufgebaut?
  4. Was muss nicht mehr in den Lebenslauf?
  5. Wie lang darf ein Lebenslauf sein?
  6. Wie formuliere ich Aufgaben als Ergebnisse?
  7. Wie gebe ich Sprachkenntnisse richtig an?
  8. Wie schreibe ich Kenntnisse und Soft Skills?
  9. Muster: So sieht ein fertiger Lebenslauf aus
  10. Lebenslauf für die Ausbildung: Was ist anders?
  11. Lebenslauf für Berufseinstieg und Quereinstieg
  12. Welche Fehler kosten die meisten Einladungen?
  13. Wie passe ich den Lebenslauf an jede Stelle an?
  14. Checkliste: Ist dein Lebenslauf fertig?
  15. Häufige Fragen
  16. Quellen

Was ist ein tabellarischer Lebenslauf?

In Deutschland ist der tabellarische Lebenslauf seit Jahrzehnten Standard. Tabellarisch heißt: links stehen die Zeiträume, rechts stehen Arbeitgeber, Position und die wichtigsten Aufgaben. Ausformulierte Fließtexte über dein Leben, wie man sie früher handschriftlich geschrieben hat, will heute niemand mehr lesen. Eine Ausnahme sind nur einzelne Stellen im öffentlichen Dienst oder bei Kirchen, die ausdrücklich einen ausführlichen Lebenslauf verlangen. Das steht dann aber in der Anzeige.

Umgekehrt chronologisch bedeutet: Das Neueste kommt zuerst. Deine aktuelle oder letzte Stelle steht ganz oben, dein erster Job weiter unten. Der Grund ist einfach. Wer deine Bewerbung liest, will zuerst wissen, was du jetzt machst und kannst. Dass du vor zwölf Jahren ein Praktikum im Supermarkt gemacht hast, ist interessant, aber nicht als Erstes.

Die Reihenfolge der Blöcke ist nicht in Stein gemeißelt. Wer schon Berufserfahrung hat, setzt die Berufserfahrung nach oben. Wer gerade von der Schule kommt oder eine Ausbildung sucht, beginnt mit der Schulbildung, weil dort noch das Wichtigste steht.

Was Studien und Zahlen zeigen

Wie ist ein Lebenslauf aufgebaut?

Fast jeder gute Lebenslauf folgt demselben Grundgerüst. Du kannst Blöcke weglassen, die bei dir leer wären, und die Reihenfolge an deine Situation anpassen. Hier die üblichen Bausteine von oben nach unten:

  1. Überschrift und Kopf: dein Name, darunter Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Die Überschrift „Lebenslauf“ ist üblich, du kannst aber auch einfach deinen Namen groß als Überschrift nehmen.
  2. Foto (optional): oben rechts oder in einer Seitenspalte. Mehr dazu weiter unten und im Ratgeber zum Bewerbungsfoto.
  3. Kurzprofil (optional): zwei bis drei Zeilen, wer du beruflich bist und was du suchst. Das lohnt sich vor allem bei Quereinsteigern und bei langen Lebensläufen.
  4. Berufserfahrung: Zeitraum, Position, Arbeitgeber mit Ort, darunter drei bis fünf Stichpunkte zu Aufgaben und Ergebnissen.
  5. Ausbildung und Schulbildung: Berufsausbildung, Studium, Schulabschluss. Bei Berufserfahrenen reicht der höchste Schulabschluss.
  6. Weiterbildungen und Zertifikate: Staplerschein, Hygieneschulung, Erste-Hilfe-Kurs, Praxisanleiter, Excel-Kurs. Mit Jahr.
  7. Kenntnisse: Software, Maschinen, Kassensysteme, Führerscheinklassen, Fachwissen.
  8. Sprachen: mit Niveau, am besten nach dem Europäischen Referenzrahmen.
  9. Engagement und Interessen (optional): Ehrenamt, Verein, Freiwillige Feuerwehr, Trainertätigkeit. Nur wenn es etwas über dich sagt.

Was gehört in den Kopf mit den Kontaktdaten?

Name, Anschrift, eine Telefonnummer, unter der du wirklich erreichbar bist, und eine seriöse E-Mail-Adresse. Seriös heißt: Vorname und Nachname, keine Spitznamen und keine Adresse, die du dir mit fünfzehn angelegt hast. Eine neue kostenlose Adresse ist in fünf Minuten eingerichtet.

Geburtsdatum und Staatsangehörigkeit sind freiwillig. Die Staatsangehörigkeit kann sinnvoll sein, wenn du keine deutsche hast und klarstellen willst, dass du eine Arbeitserlaubnis besitzt. Dann schreibst du zum Beispiel „Aufenthaltstitel mit Arbeitserlaubnis vorhanden“.

Wie schreibe ich die Berufserfahrung?

Jede Station bekommt eine Zeile mit Zeitraum, Jobtitel und Arbeitgeber. Darunter folgen Stichpunkte. Nicht jede Aufgabe muss rein, sondern die, die für die neue Stelle zählen. Wer sich als Pflegefachkraft bewirbt, nennt Stationsart, Schichtmodell und besondere Verantwortung. Wer ins Lager will, nennt Warenwirtschaftssystem, Staplerschein und Kommissionierart.

Monate gehören dazu. „2019 bis 2021“ kann ein Jahr oder fast drei Jahre bedeuten. „03/2019 bis 11/2021“ ist klar. Viele Personaler lesen fehlende Monate als Versuch, etwas zu verstecken.

Was muss nicht mehr in den Lebenslauf?

Viele Vorlagen aus dem Netz stammen noch aus einer Zeit, in der Religion, Familienstand und die Berufe der Eltern selbstverständlich im Lebenslauf standen. Das ist vorbei. Den Hintergrund liefert das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, kurz AGG, das seit 2006 gilt. Es verbietet unter anderem Benachteiligungen im Bewerbungsverfahren aus Gründen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. Diese Gründe stehen in § 1 AGG.

Das AGG verbietet dir nicht, solche Angaben zu machen. Es verpflichtet dich aber auch zu nichts davon. Viele Arbeitgeber fragen deshalb bewusst nicht mehr nach Foto oder Geburtsdatum, um gar nicht erst in den Verdacht zu geraten, danach auszuwählen. Für dich heißt das: Was nichts über deine Eignung sagt, darf raus.

AngabeHeute nötig?Kurz erklärt
Namen und Berufe der ElternNeinSagt nichts über dich aus, wirkt altmodisch.
Religion oder KonfessionNeinGeschützt nach AGG. Ausnahme: Bewerbung bei kirchlichen Arbeitgebern, wenn die Anzeige das anspricht.
Familienstand und KinderNeinFreiwillig. Kein Merkmal nach § 1 AGG, aber für die Eignung ohne Bedeutung.
GeburtsdatumFreiwilligDas Alter ist durch das AGG geschützt. Viele lassen es weg, viele schreiben es noch hin. Beides ist in Ordnung.
GeburtsortFreiwilligKann weg. Schadet aber auch nicht.
StaatsangehörigkeitFreiwilligSinnvoll nur, wenn du damit eine Frage nach der Arbeitserlaubnis vorwegnehmen willst.
FotoFreiwilligDu bist nicht verpflichtet, eins beizulegen. Wegen des AGG verlangen viele Arbeitgeber keins, manche erwarten es aber noch aus Gewohnheit.
GrundschuleNeinEs reicht der höchste Schulabschluss.

Wie lang darf ein Lebenslauf sein?

Für die allermeisten Bewerbungen gilt: ein bis zwei Seiten. Schülerinnen, Azubis und Berufseinsteiger kommen mit einer Seite gut aus. Wer zehn oder mehr Jahre Berufserfahrung hat, braucht meist zwei Seiten. Mehr als zwei Seiten sind nur bei sehr langen Laufbahnen, bei Forschung oder bei vielen Projekten sinnvoll.

Kürzen ist fast immer möglich. Ältere Stationen, die mit der neuen Stelle wenig zu tun haben, schrumpfen auf eine Zeile ohne Stichpunkte. Nebenjobs aus der Schulzeit fallen bei Berufserfahrenen weg. Und doppelte Stichpunkte, also dieselbe Aufgabe bei drei Arbeitgebern, schreibst du nur einmal ausführlich.

Wichtiger als die Seitenzahl ist die Lesbarkeit. Eine überfüllte Seite mit 9-Punkt-Schrift ist schlechter als zwei luftige Seiten. Nimm eine gut lesbare Schrift in 10 bis 12 Punkt, lass Abstände zwischen den Blöcken und halte das Layout schlicht.

Braucht ein Lebenslauf Datum und Unterschrift?

Früher stand unter jedem Lebenslauf Ort, Datum und eine handschriftliche Unterschrift. Heute ist das unüblich, weil fast alle Bewerbungen digital verschickt werden. Kein Personaler sortiert dich aus, weil die Unterschrift fehlt.

Wenn du trotzdem unterschreiben möchtest, zum Beispiel für eine Bewerbung in einer eher traditionellen Branche oder im öffentlichen Dienst, ist das in Ordnung. Dann gilt: aktuelles Datum und eine eingescannte echte Unterschrift, keine Schreibschrift-Schriftart. Ein veraltetes Datum wirkt dagegen so, als hättest du dieselbe Datei an alle verschickt.

Wie formuliere ich Aufgaben als Ergebnisse?

Hier liegt der größte Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem guten Lebenslauf. Die meisten Menschen schreiben auf, was in ihrer Stellenbeschreibung stand: „Kundenberatung“, „Kommissionierung“, „Grundpflege“. Das stimmt, ist aber austauschbar. Jede andere Bewerberin mit demselben Job hat dieselben Wörter im Lebenslauf.

Besser ist ein Stichpunkt, der zeigt, was du getan hast und was dabei herauskam. Dafür brauchst du keine Umsatzzahlen oder Managementbegriffe. Oft reicht eine Größenordnung, ein Zeitraum oder eine Verantwortung, die man dir übertragen hat. Wichtig: Nur echte Angaben. Wenn du die Zahl nicht kennst, lass sie weg und beschreib die Situation.

BerufVorherNachher
PflegeGrundpflege und BehandlungspflegeGrund- und Behandlungspflege für bis zu 12 Bewohner im Frühdienst, im Nachtdienst allein verantwortlich für einen Wohnbereich
EinzelhandelKassieren und KundenberatungKasse und Beratung in einer Filiale mit hohem Kundenaufkommen, Kassenabrechnung am Tagesende ohne Differenzen
LagerKommissionierungKommissionierung per Handscanner nach Pick-by-Scan, zusätzlich Einarbeitung neuer Aushilfen
BüroRechnungsprüfungPrüfung und Kontierung eingehender Rechnungen in DATEV, Klärung von Abweichungen direkt mit Lieferanten
KitaBetreuung der KinderBezugserzieherin für eine Gruppe mit 20 Kindern von drei bis sechs Jahren, Durchführung von Entwicklungsgesprächen mit Eltern
HandwerkMontagearbeitenSelbstständige Montage von Heizungsanlagen beim Kunden, Übergabe und Einweisung der Kunden

Welche Verben passen?

Starte Stichpunkte mit einem Verb oder einem Hauptwort, das eine Tätigkeit zeigt, und bleib im ganzen Lebenslauf bei einem Stil. Gut funktionieren: betreut, organisiert, eingearbeitet, geprüft, geplant, verantwortet, eingeführt, verbessert, abgerechnet, dokumentiert. Schwach sind: mitgewirkt, unterstützt bei, zuständig für diverse. Sie lassen offen, was du eigentlich gemacht hast.

  • Schwach: „Unterstützung bei der Inventur“. Stark: „Inventur für den Getränkebereich eigenständig durchgeführt“.
  • Schwach: „Zuständig für Kunden“. Stark: „Feste Ansprechpartnerin für rund 40 Stammkunden im Außendienst“, wenn die Zahl stimmt.
  • Schwach: „Mitarbeit im Team“. Stark: „Schichtplanung für ein Team von 8 Kollegen übernommen, während die Teamleitung in Elternzeit war“.

Was, wenn mein Job einfach Routine ist?

Viele denken, sie hätten nichts vorzuweisen, weil sie jeden Tag dasselbe tun. Das stimmt fast nie. Frag dich: Was hast du zusätzlich übernommen? Wem hast du etwas beigebracht? Wofür ruft dich deine Chefin an, wenn es brennt? Hattest du Schlüsselgewalt, Kassenverantwortung, Kontakt zu Ärzten oder Behörden? Genau das gehört in den Lebenslauf.

Wie gebe ich Sprachkenntnisse richtig an?

Angaben wie „gute Kenntnisse“ oder „verhandlungssicher“ versteht jeder anders. Klarer ist der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen, kurz GER. Er teilt Sprachkenntnisse in sechs Stufen ein, von A1 bis C2. Deutsche Arbeitgeber kennen diese Stufen, vor allem in Pflege, Gastronomie und bei allen Stellen mit Kundenkontakt.

Deine Muttersprache schreibst du einfach als „Muttersprache“. Wenn du ein Zertifikat hast, zum Beispiel vom Goethe-Institut oder telc, nenn die Stufe und das Zertifikat. Ohne Zertifikat schätzt du dich ehrlich selbst ein. Lieber eine Stufe tiefer, als im Gespräch plötzlich auf Englisch geprüft zu werden und ins Stocken zu kommen.

StufeBedeutungBeispiel im Alltag
A1AnfängerEinfache Sätze, sich vorstellen, nach dem Weg fragen.
A2Grundlegende KenntnisseKurze Gespräche über vertraute Themen, einfache Anweisungen verstehen.
B1Fortgeschrittene SprachverwendungIm Arbeitsalltag zurechtkommen, einfache Texte schreiben.
B2Selbständige SprachverwendungFachgespräche führen, Kunden beraten, ohne lange nachzudenken.
C1Fachkundige SprachkenntnisseFließend, auch schwierige Texte und Gespräche im Beruf.
C2Annähernd muttersprachlichSicher in allen Situationen, auch in feinen Nuancen.

Wie schreibe ich Kenntnisse und Soft Skills?

Im Block Kenntnisse stehen Dinge, die man überprüfen kann: Programme, Maschinen, Geräte, Führerscheine, Fachwissen. Schreib sie so konkret wie möglich. „EDV-Kenntnisse“ sagt nichts. „Word und Excel sicher, SAP MM im Einkauf, Kassensystem und Warenwirtschaft“ sagt viel. In der Pflege gehören etwa die Pflegedokumentation am Computer, Expertenstandards oder die Praxisanleiter-Qualifikation hierher. Im Lager Staplerschein, Handscanner, Ladungssicherung. In der Kita Beobachtungsverfahren oder eine Zusatzqualifikation für Sprachförderung.

Soft Skills wie Teamfähigkeit, Belastbarkeit oder Zuverlässigkeit gehören nicht als lose Liste in den Lebenslauf. Jeder schreibt sie hin, und niemand kann sie prüfen. Zeig sie lieber in den Stichpunkten deiner Stationen. „Einarbeitung neuer Kollegen“ zeigt Teamfähigkeit. „Allein verantwortlich im Nachtdienst“ zeigt Belastbarkeit. „Schlüsselverantwortung für die Filiale“ zeigt Zuverlässigkeit. Wenn du eine Eigenschaft ausführlicher belegen willst, ist das Anschreiben der richtige Ort.

Aus deinen Angaben entsteht ein Lebenslauf, der zur Stelle passt, als PDF in mehreren Designs. Die Vorschau ist kostenlos, und es gibt kein Abo.

Lebenslauf erstellen

Muster: So sieht ein fertiger Lebenslauf aus

Das folgende Muster zeigt den Aufbau für jemanden mit einigen Jahren Berufserfahrung. Ersetze alles in eckigen Klammern durch deine eigenen Angaben und streich Blöcke, die bei dir nicht passen. Die Beispielstichpunkte stammen aus dem Einzelhandel, das Prinzip funktioniert in jedem Beruf.

Muster Lebenslauf mit Berufserfahrung

[Vorname Nachname] [Straße Hausnummer], [PLZ Ort] Telefon: [Nummer] E-Mail: [vorname.nachname@anbieter.de] KURZPROFIL [Verkäuferin] mit [5] Jahren Erfahrung in [Filialen mit hohem Kundenaufkommen]. Sicher an der Kasse, in der Warenpräsentation und im Umgang mit schwierigen Kunden. Suche eine Stelle mit [mehr Verantwortung im Team]. BERUFSERFAHRUNG [MM/JJJJ] bis heute [Verkäuferin], [Firma], [Ort] • [Kasse und Kundenberatung, Kassenabrechnung am Tagesende] • [Warenannahme, Kontrolle der Lieferscheine und Einräumen nach Planogramm] • [Einarbeitung neuer Aushilfen] [MM/JJJJ] bis [MM/JJJJ] [Aushilfe im Verkauf], [Firma], [Ort] • [Kasse, Regalpflege, Mindesthaltbarkeitskontrolle] AUSBILDUNG [MM/JJJJ] bis [MM/JJJJ] [Ausbildung zur Verkäuferin], [Betrieb], [Ort] Abschluss vor der IHK, Note [2,3] SCHULBILDUNG [JJJJ] [Mittlerer Schulabschluss], [Schule], [Ort] WEITERBILDUNG [JJJJ] [Schulung Kassensystem und Warenwirtschaft] [JJJJ] [Erste-Hilfe-Kurs] KENNTNISSE [Kassensystem, Warenwirtschaft, MS Office Grundkenntnisse] Führerschein Klasse [B] SPRACHEN Deutsch: Muttersprache [Englisch]: [B1] [Türkisch]: [C1] ENGAGEMENT [Seit JJJJ Jugendtrainerin im Fußballverein, Ort]

Lebenslauf für die Ausbildung: Was ist anders?

Wer sich direkt nach der Schule für eine Ausbildung bewirbt, hat meist keine Berufserfahrung. Das weiß jeder Ausbildungsbetrieb. Dein Lebenslauf rückt deshalb andere Dinge nach vorn: Schule, Praktika, Nebenjobs und alles, was zeigt, dass du zuverlässig bist und dich für den Beruf interessierst.

Die Schulbildung steht hier oben. Nenn den angestrebten oder erreichten Abschluss mit voraussichtlichem Datum. Lieblingsfächer oder gute Noten in Fächern, die zum Beruf passen, dürfen rein, etwa Mathe für eine Ausbildung als Industriemechaniker oder Deutsch für eine Stelle als Bürokauffrau. Danach kommen Praktika, auch das zweiwöchige Schulpraktikum. Dann Nebenjobs wie Zeitung austragen, Babysitten oder Aushilfe im Café. Und dann Engagement: Verein, Schülervertretung, Jugendfeuerwehr.

Mehr zum Ablauf der ganzen Bewerbung findest du im Ratgeber zur Bewerbung für eine Ausbildung.

Muster Lebenslauf Ausbildung (Ausschnitt)

SCHULBILDUNG seit [MM/JJJJ] [Realschule], [Ort] Voraussichtlicher Abschluss: [Mittlerer Schulabschluss], [06/JJJJ] Stärkste Fächer: [Mathematik, Technik] PRAKTIKA [MM/JJJJ] ([2 Wochen]) Schülerpraktikum, [Kfz-Werkstatt], [Ort] • [Reifenwechsel und Ölwechsel unter Anleitung] • [Werkstatt aufräumen und Werkzeug pflegen] NEBENJOB seit [MM/JJJJ] [Aushilfe], [Getränkemarkt], [Ort], [samstags] • [Leergut annehmen, Regale auffüllen, Kunden beim Tragen helfen] ENGAGEMENT seit [JJJJ] [Jugendfeuerwehr], [Ort]

Lebenslauf für Berufseinstieg und Quereinstieg

Nach Studium oder Ausbildung hast du oft wenig klassische Berufserfahrung, aber mehr, als du denkst. Werkstudentenjobs, Pflichtpraktika, Abschlussarbeit mit Praxisbezug und Nebenjobs gehören alle in den Block Berufserfahrung oder in einen eigenen Block Praktische Erfahrung. Tipps dazu gibt es im Ratgeber Bewerbung ohne Berufserfahrung.

Bei einem Quereinstieg lohnt sich das Kurzprofil ganz oben besonders. Dort erklärst du in zwei Sätzen, woher du kommst und warum dein Wissen in den neuen Beruf passt. Eine Einzelhandelskauffrau, die in die Kundenberatung einer Versicherung wechselt, schreibt zum Beispiel: „Acht Jahre Erfahrung im Verkauf und in der Reklamationsbearbeitung. Ich wechsle in die telefonische Kundenberatung, weil mir die Lösung von Kundenanliegen am meisten liegt.“ Danach sortierst du die Stichpunkte in deinen Stationen so, dass die übertragbaren Aufgaben oben stehen.

Welche Fehler kosten die meisten Einladungen?

Viele Unternehmen lesen Lebensläufe zuerst mit einem Bewerbermanagementsystem ein. Ein klares Layout mit eindeutigen Überschriften und echtem Text statt Grafiken hilft dabei. Grafische Balken, Symbole statt Wörtern und Text in Bildern kann so ein System oft nicht richtig lesen.

  • Rechtschreibfehler, besonders im Namen des Unternehmens. Lass jemanden gegenlesen oder lies den Text laut.
  • Fehlende Monate oder ungeklärte Zeiträume. Wie du mit Pausen umgehst, steht im Ratgeber zur Lücke im Lebenslauf.
  • Derselbe Lebenslauf für jede Stelle. Die Reihenfolge der Stichpunkte sollte zur Anzeige passen.
  • Überladenes Design mit Balken für Kenntnisse wie „Teamfähigkeit 80 Prozent“. Niemand weiß, was das bedeutet.
  • Zu kleine Schrift, damit alles auf eine Seite passt.
  • Veraltete Kontaktdaten, eine alte Handynummer oder eine E-Mail-Adresse, die du nicht mehr liest.
  • Word-Datei statt PDF, wenn nichts anderes verlangt ist. Im PDF verrutscht nichts.
  • Falsche Angaben. Ein erfundener Abschluss oder ein geschönter Zeitraum kann auch Jahre später noch zur Kündigung führen.

Wie passe ich den Lebenslauf an jede Stelle an?

Du musst nicht für jede Bewerbung einen neuen Lebenslauf schreiben. Aber du solltest ihn kurz anpassen. Lies die Anzeige und markiere die drei bis fünf wichtigsten Anforderungen. Dann schau, ob diese Punkte in deinem Lebenslauf gut sichtbar sind. Steht in der Anzeige „Erfahrung mit SAP“ und du hast SAP genutzt, gehört das in die Stichpunkte der passenden Station und in die Kenntnisse. Steht dort „Führerschein Klasse C“, muss er drinstehen und darf nicht zwischen Hobbys verschwinden.

Genau diesen Schritt nimmt dir Stellenmappe ab: Du beantwortest rund 12 Fragen oder lädst deinen alten Lebenslauf als PDF hoch, und daraus entsteht ein Lebenslauf, der zur jeweiligen Stelle passt. Erfunden wird dabei nichts, und wo etwas fehlt, wird es markiert.

Checkliste: Ist dein Lebenslauf fertig?

  • Name, Adresse, Telefonnummer und seriöse E-Mail-Adresse stehen oben.
  • Alle Stationen sind umgekehrt chronologisch sortiert, die neueste steht oben.
  • Jeder Zeitraum hat Monat und Jahr, zum Beispiel 04/2020 bis 09/2023.
  • Längere Pausen sind benannt, nicht versteckt.
  • Die wichtigsten Stationen haben drei bis fünf Stichpunkte, möglichst als Ergebnis formuliert.
  • Die Anforderungen aus der Anzeige sind im Lebenslauf wiederzufinden.
  • Sprachen haben ein Niveau von A1 bis C2 oder den Zusatz Muttersprache.
  • Keine Angaben zu Religion, Eltern oder Familienstand, außer du willst sie bewusst nennen.
  • Ein bis zwei Seiten, Schrift 10 bis 12 Punkt, einheitliches Layout.
  • Ein zweiter Mensch hat Korrektur gelesen.
  • Gespeichert als PDF mit einem klaren Dateinamen wie Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf.

Häufige Fragen

Muss ein Lebenslauf ein Foto haben?
Nein, ein Foto ist freiwillig. Wegen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes verlangen viele Arbeitgeber bewusst keins. Manche Personaler sind es aber noch gewohnt, deshalb ist ein gutes Foto auch kein Fehler.
Wie viele Seiten darf ein Lebenslauf haben?
Ein bis zwei Seiten sind für fast alle Bewerbungen richtig. Azubis und Berufseinsteiger kommen meist mit einer Seite aus, wer viele Jahre Erfahrung hat, braucht oft zwei.
Schreibe ich den Lebenslauf chronologisch oder umgekehrt?
In Deutschland ist die umgekehrt chronologische Reihenfolge Standard. Die aktuelle oder letzte Station steht oben, ältere Stationen folgen darunter.
Muss ich den Lebenslauf unterschreiben?
Nein, bei digitalen Bewerbungen ist eine Unterschrift unüblich. Wenn du unterschreibst, nimm das aktuelle Datum und eine echte eingescannte Unterschrift.
Gehört das Geburtsdatum in den Lebenslauf?
Es ist freiwillig. Das Alter ist durch das AGG geschützt, deshalb lassen es viele weg. Wenn du es angibst, ist das ebenfalls in Ordnung.
Wie gebe ich Englischkenntnisse an?
Am klarsten mit der Stufe nach dem Europäischen Referenzrahmen, also zum Beispiel Englisch B1. Wenn du ein Zertifikat hast, nenn es dazu.
Soll ich Hobbys in den Lebenslauf schreiben?
Nur, wenn sie etwas über dich aussagen, das für die Stelle zählt. Ehrenamt, Vereinsarbeit oder Trainertätigkeit zeigen Verantwortung, „Lesen und Freunde treffen“ bringt dagegen wenig.
Welches Dateiformat ist richtig?
PDF, sofern die Anzeige nichts anderes verlangt. So sieht dein Lebenslauf auf jedem Gerät gleich aus und nichts verrutscht.

Quellen

  1. Universität Bamberg, Recruiting Trends: Bewerbung der Zukunft (2017)
  2. Ladders, Eye-Tracking Study (2018)
  3. Stepstone, Application Quality Studie (2025)
  4. Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), § 1
  5. Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: 26. September 2026.

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