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Anschreiben schreiben: Aufbau, Beispiel und Muster

Aktualisiert am · 14 Min. Lesezeit

Du hast eine Stelle gefunden, die passt, und jetzt starrst du auf eine leere Seite. Das geht fast allen so, egal ob du in der Pflege, im Verkauf, im Lager oder im Büro arbeitest. Die gute Nachricht: Ein Anschreiben ist kein Aufsatz, sondern ein klar gebauter Brief mit einer einzigen Aufgabe. Es soll zeigen, dass du die Anforderungen der Stelle erfüllst, und zwar mit Belegen statt mit Behauptungen. Hier bekommst du den Aufbau Teil für Teil, Sätze, die funktionieren, ein komplettes Beispiel und ein Muster, das du direkt übernehmen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Anschreiben ist höchstens eine Seite lang und beantwortet eine Frage: Warum passt du auf genau diese Stelle?
  • Jede wichtige Anforderung aus der Stellenanzeige sollte im Anschreiben mit einem konkreten Beleg aus deinem Alltag verbunden sein.
  • Der Aufbau folgt DIN 5008: Absender, Empfänger, Datum, Betreff, Anrede, Text, Grußformel, Unterschrift und Anlagen.
  • Ein guter Einstieg nennt sofort, was du mitbringst, statt zu wiederholen, dass du dich bewirbst.
  • Eigenschaften wie belastbar oder teamfähig überzeugen erst, wenn eine echte Situation sie zeigt.
Inhalt
  1. Wofür ist das Anschreiben überhaupt da?
  2. Was Studien und Zahlen zeigen
  3. Wie ist ein Anschreiben nach DIN 5008 aufgebaut?
  4. Wie lang darf ein Anschreiben sein?
  5. Wie finde ich einen Einstieg, der nicht nach Floskel klingt?
  6. Wie schreibe ich den Hauptteil?
  7. Was gehört in den Schluss?
  8. Welche Schlusssätze funktionieren?
  9. Beispiel: ein vollständiges Anschreiben
  10. Muster-Vorlage mit Platzhaltern
  11. Welche Fehler kosten die meisten Chancen?
  12. Wie unterscheiden sich Anschreiben für Ausbildung, Quereinstieg und Initiativbewerbung?
  13. Checkliste vor dem Abschicken
  14. Und wie geht es nach dem Anschreiben weiter?
  15. Häufige Fragen
  16. Quellen

Wofür ist das Anschreiben überhaupt da?

Der Lebenslauf zeigt, was du gemacht hast. Das Anschreiben zeigt, warum das zu dieser einen Stelle passt. Es ist die Brücke zwischen deinen Stationen und der Anzeige. Wer das Anschreiben liest, will in kurzer Zeit wissen: Kann die Person, was wir brauchen? Will sie wirklich zu uns? Wann kann sie anfangen?

Deshalb funktioniert ein Anschreiben, das du einmal schreibst und an zwanzig Firmen schickst, fast nie. Personaler merken sofort, wenn der Text auch bei der Konkurrenz liegen könnte. Ein gutes Anschreiben ist auf die Anzeige zugeschnitten. Das klingt nach viel Arbeit, ist aber mit dem richtigen Aufbau schneller erledigt, als du denkst.

Übrigens: Nicht jede Stelle verlangt ein Anschreiben. Viele Betriebe im Handwerk, in der Logistik oder im Handel sind mit einer Kurzbewerbung zufrieden. Steht in der Anzeige ausdrücklich, dass kein Anschreiben nötig ist, lass es weg. Steht nichts dazu, schreib eins. Es ist deine Chance, mehr zu zeigen als Daten.

Was Studien und Zahlen zeigen

Wie ist ein Anschreiben nach DIN 5008 aufgebaut?

DIN 5008 ist die Norm für Geschäftsbriefe in Deutschland. Du musst sie nicht auswendig kennen, aber wenn dein Anschreiben ihr grob folgt, wirkt es sofort ordentlich. Die Reihenfolge ist immer gleich:

BausteinWas reingehörtTypischer Fehler
Briefkopf (Absender)Vor- und Nachname, Adresse, Telefon, E-MailUnseriöse Mailadresse wie ein alter Spitzname
EmpfängerFirma, Ansprechperson, Straße, PLZ und OrtAnsprechperson falsch geschrieben
DatumOrt und Datum, rechtsbündigVeraltetes Datum aus einer alten Bewerbung
BetreffBewerbung als Stellenbezeichnung, gern mit ReferenznummerDas Wort Betreff davor schreiben
AnredeSehr geehrte Frau Name oder Sehr geehrter Herr NameSehr geehrte Damen und Herren, obwohl ein Name in der Anzeige steht
EinstiegEin bis zwei Sätze mit deinem stärksten PunktHiermit bewerbe ich mich
HauptteilAnforderungen der Anzeige mit BelegenListe von Eigenschaften ohne Beispiel
SchlussEintrittstermin, eventuell Gehalt, GesprächswunschKonjunktiv wie würde mich freuen
GrußformelMit freundlichen Grüßen, ohne KommaKomma nach Grüßen
UnterschriftHandschriftlich oder eingescannt, darunter der NameUnterschrift fehlt ganz
AnlagenLebenslauf, Zeugnisse, NachweiseAnlagen genannt, aber nicht beigefügt

Briefkopf, Empfänger und Datum

Oben steht dein Absender. Name, Anschrift, Telefonnummer und eine seriöse E-Mail-Adresse reichen. Am besten nutzt du denselben Kopf wie im Lebenslauf, dann wirken deine Unterlagen wie aus einem Guss.

Darunter kommt die Anschrift des Unternehmens. Wenn in der Anzeige eine Ansprechperson steht, schreib sie mit rein, zum Beispiel „z. Hd. Frau Yilmaz“ oder einfach „Frau Aylin Yilmaz“ als eigene Zeile unter dem Firmennamen. Das Datum steht rechtsbündig, meist mit Ort davor: „Dortmund, 26.09.2026“. Beide Schreibweisen, also 26.09.2026 oder 26. September 2026, sind in Ordnung.

Betreff und Anrede

Der Betreff nennt die Stelle so, wie sie in der Anzeige heißt. Das Wort „Betreff“ schreibst du nicht davor. Er darf fett sein. Gibt es eine Referenznummer, gehört sie dazu: „Bewerbung als Pflegefachfrau im Nachtdienst, Kennziffer 2026-114“.

Bei der Anrede gilt: Wenn du einen Namen hast, nutze ihn. Nach der Anrede folgt ein Komma, und der erste Satz beginnt klein, außer das erste Wort ist ein Nomen oder „Sie“. Ist keine Person genannt, ruf kurz an oder schau auf der Website nach. Klappt das nicht, ist „Sehr geehrte Damen und Herren“ weiterhin korrekt. Manche Firmen duzen in der Anzeige. Dann darfst du auch „Hallo Frau Weber“ oder das Du verwenden, wenn es sich für dich richtig anfühlt.

Grußformel, Unterschrift und Anlagen

Nach dem letzten Satz folgt eine Leerzeile und dann „Mit freundlichen Grüßen“, ohne Komma. Darunter unterschreibst du. Bei einer Bewerbung per Mail oder Portal fügst du eine eingescannte Unterschrift ein, darunter tippst du deinen Namen noch einmal.

Ganz unten kannst du „Anlagen“ schreiben und darunter aufzählen, was beiliegt, zum Beispiel Lebenslauf und Zeugnisse. Das ist kein Muss, hilft aber dem Leser. Was genau dazugehört, erklärt der Beitrag zu den Bewerbungsunterlagen und Anlagen.

Wie lang darf ein Anschreiben sein?

Eine Seite. Das ist keine Geschmacksfrage, sondern Standard. Wer zwei Seiten schreibt, zeigt vor allem, dass er nicht auswählen kann. Im Text selbst reichen meist drei bis vier Absätze: Einstieg, ein oder zwei Absätze Hauptteil, Schluss.

Wenn du merkst, dass der Platz nicht reicht, liegt es selten an zu viel Erfahrung. Meist stehen Sätze drin, die nichts belegen. Streich zuerst alles, was auch in jedem anderen Anschreiben stehen könnte. Danach passt es fast immer.

Mach die Schrift nicht kleiner als 10 Punkt und quetsch die Ränder nicht zusammen, um alles unterzubringen. Ein luftiges Anschreiben liest sich leichter, gerade auf dem Handy, wo viele Personaler Bewerbungen zwischendurch öffnen. Eine gut lesbare Schrift in 11 oder 12 Punkt ist die sichere Wahl.

Wie finde ich einen Einstieg, der nicht nach Floskel klingt?

Der erste Satz entscheidet, ob weitergelesen wird. Trotzdem beginnen unzählige Anschreiben mit „Hiermit bewerbe ich mich“ oder „Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen“. Das ist nicht falsch, aber es verschenkt die wichtigste Stelle des Briefs. Dass du dich bewirbst, steht schon im Betreff.

Besser: Steig mit dem ein, was dich für die Stelle interessant macht. Das kann deine Erfahrung sein, ein konkreter Bezug zum Betrieb oder der Grund, warum du genau jetzt wechseln willst.

StattBesser so
Hiermit bewerbe ich mich als Verkäuferin.Seit vier Jahren berate ich im Modehandel Kundinnen, die mit einer Idee reinkommen und mit einem kompletten Outfit rausgehen.
Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen.Sie suchen eine Pflegefachkraft, die Nachtdienste nicht als Notlösung sieht. Genau die arbeite ich seit drei Jahren am liebsten.
Ich suche eine neue Herausforderung.Nach sechs Jahren in der Filiale will ich in den Innendienst wechseln und meine Erfahrung mit Reklamationen dort einbringen.
Ihr Unternehmen hat mich sehr angesprochen.Ich kaufe seit Jahren bei Ihnen ein und habe gesehen, wie Ihr Team auch am Samstag um 17 Uhr noch freundlich berät.

Wie schreibe ich den Hauptteil?

Der Hauptteil ist das Herz des Anschreibens. Hier zeigst du, dass du kannst, was die Anzeige verlangt. Der einfachste Weg dahin besteht aus drei Schritten.

  1. Lies die Anzeige und markiere die drei bis fünf wichtigsten Anforderungen. Meist stehen sie unter „Ihr Profil“ oder „Das bringst du mit“. Achte auf Wörter, die mehrfach vorkommen.
  2. Such zu jeder Anforderung einen Beleg aus deinem Alltag: eine Situation, eine Aufgabe, ein Ergebnis, eine Zahl, die du wirklich kennst. Zum Beispiel wie viele Bewohner du betreust, wie groß dein Kassenbereich ist oder welche Software du täglich nutzt.
  3. Verbinde beides in ein bis zwei Sätzen. Die Anforderung muss dabei nicht wortwörtlich auftauchen, aber der Leser sollte sie wiedererkennen.
  4. Ordne die Belege nach Wichtigkeit. Das, was in der Anzeige ganz oben steht, kommt auch bei dir zuerst.
  5. Lies den Absatz laut. Wenn ein Satz klingt wie aus einem Prospekt, schreib ihn so, wie du ihn einer Freundin erzählen würdest, nur etwas förmlicher.

Beispiel: Anforderung und Beleg verbinden

Eine Anzeige für Lager und Logistik verlangt „sicherer Umgang mit Scanner und Lagerverwaltungssystem“, „Staplerschein“ und „Zuverlässigkeit im Schichtbetrieb“. So könnte der Hauptteil aussehen:

„Bei meinem jetzigen Arbeitgeber kommissioniere ich täglich mit dem Handscanner und buche Wareneingänge im Lagerverwaltungssystem. Den Staplerschein habe ich 2023 gemacht, seitdem fahre ich regelmäßig Frontstapler und Schubmaststapler. Ich arbeite im Wechsel von Früh- und Spätschicht und springe ein, wenn im Team jemand ausfällt.“

Kein „Ich bin zuverlässig“, kein „Ich bin technikaffin“. Trotzdem ist beides klar. Genau das ist der Unterschied zwischen einer Behauptung und einem Beleg.

Was, wenn mir ein Beleg fehlt?

Dann erfindest du keinen. Du hast drei ehrliche Möglichkeiten. Erstens: Du nimmst einen Beleg aus einem anderen Bereich, etwa aus Ehrenamt, Verein, Nebenjob oder Familie. Wer jahrelang im Sportverein Kinder trainiert hat, kann Verantwortung und Geduld belegen. Zweitens: Du zeigst, wie du die Lücke schließen willst, zum Beispiel mit einem Kurs, den du angemeldet hast. Drittens: Du lässt die Anforderung weg, wenn sie nicht zentral ist. Kaum jemand erfüllt jede Zeile einer Anzeige.

Mehr dazu, wie du ohne passende Stationen überzeugst, steht im Beitrag Bewerbung ohne Berufserfahrung.

Warum du zu diesem Betrieb willst

Ein kurzer Satz dazu reicht, aber er sollte echt sein. „Ihr Unternehmen ist führend und innovativ“ steht überall. Besser ist etwas, das nur auf diesen Betrieb zutrifft: der kurze Arbeitsweg, weil du ab halb sechs anfangen kannst, das Konzept der Kita, das du auf der Website gelesen hast, oder die Tatsache, dass die Praxis auch Hausbesuche macht und du genau das willst.

Was gehört in den Schluss?

Der Schluss ist kurz. Er enthält die organisatorischen Infos und einen klaren letzten Satz. Das gehört rein, wenn es passt:

  • Dein frühestmöglicher Eintrittstermin oder deine Kündigungsfrist.
  • Deine Gehaltsvorstellung, aber nur, wenn die Anzeige danach fragt. Wie du die Zahl findest, erklärt der Beitrag zur Gehaltsvorstellung in der Bewerbung.
  • Besondere Rahmenbedingungen, die für die Stelle wichtig sind, etwa Führerschein, Schichtbereitschaft oder Teilzeitwunsch.
  • Ein selbstbewusster Schlusssatz ohne Konjunktiv.

Welche Schlusssätze funktionieren?

„Über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen“ ist der Klassiker. Er ist höflich, aber das „würde“ macht ihn weich. Du kannst ihn ohne Risiko direkter formulieren. Ein paar Beispiele, die natürlich klingen:

  • „Ich freue mich darauf, Sie im Gespräch kennenzulernen.“
  • „Gern zeige ich Ihnen im persönlichen Gespräch, wie ich arbeite.“
  • „Für einen Probetag komme ich gern vorbei.“ (passt gut in Handwerk, Gastronomie, Kita und Pflege)
  • „Ab dem 1. November kann ich bei Ihnen anfangen und freue mich auf Ihre Rückmeldung.“

Beantworte rund 12 Fragen, und Stellenmappe baut daraus ein einseitiges Anschreiben, das jede Anforderung der Anzeige mit einem Beleg aus deinen Angaben verbindet. Die Vorschau ist kostenlos.

Anschreiben erstellen

Beispiel: ein vollständiges Anschreiben

Hier ein komplettes Beispiel für eine fiktive Bewerberin. Sandra Keller arbeitet seit fünf Jahren als Verkäuferin in einem Drogeriemarkt und bewirbt sich in einem Lebensmittelmarkt als stellvertretende Filialleitung. Die Anzeige verlangt: abgeschlossene Ausbildung im Einzelhandel, erste Führungserfahrung, Warenwirtschaft und Bestellwesen, Kundenorientierung und Flexibilität bei den Arbeitszeiten.

Achte darauf, wie jede Anforderung einen eigenen Beleg bekommt und wie wenige Eigenschaftswörter vorkommen.

Beispiel-Anschreiben Einzelhandel

Betreff: Bewerbung als stellvertretende Filialleitung, Kennziffer 4471

Sandra Keller Lindenstraße 12 44137 Dortmund 0171 2345678 sandra.keller@beispielmail.de Frischmarkt Nord GmbH Frau Aylin Yilmaz Hafenweg 5 44147 Dortmund Dortmund, 26.09.2026 Bewerbung als stellvertretende Filialleitung, Kennziffer 4471 Sehr geehrte Frau Yilmaz, seit fünf Jahren sorge ich in einer Drogeriefiliale mit zwölf Kolleginnen dafür, dass die Regale morgens voll und die Kassen abends ausgeglichen sind. Seit einem Jahr vertrete ich dort die Filialleitung, wenn sie im Urlaub oder krank ist. Diesen Schritt möchte ich jetzt fest machen, und zwar bei Ihnen im Lebensmittelhandel. Meine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel habe ich 2019 abgeschlossen. In meiner jetzigen Filiale erstelle ich die Schichtpläne für das Team, weise neue Aushilfen ein und führe die wöchentlichen Bestellungen im Warenwirtschaftssystem durch. Bei der letzten Inventur habe ich die Zählteams eingeteilt und die Abweichungen mit der Bezirksleitung geklärt. Am meisten Spaß macht mir der Kontakt mit Kundinnen und Kunden. Bei Reklamationen bleibe ich ruhig und suche eine Lösung, mit der beide Seiten leben können. Mehrere Stammkundinnen fragen inzwischen gezielt nach mir. Früh-, Spät- und Samstagsschichten bin ich gewohnt, und ich habe einen Führerschein der Klasse B, falls ich einmal in einer anderen Filiale aushelfen soll. Ihr Markt liegt zehn Minuten von meiner Wohnung entfernt, und ich kaufe dort selbst ein. Mir gefällt, wie viel Platz Sie regionalen Produkten geben. Diese Sortimentsarbeit möchte ich gern mitgestalten. Meine Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Monatsende. Ich freue mich darauf, Sie im Gespräch kennenzulernen. Mit freundlichen Grüßen [Unterschrift] Sandra Keller Anlagen Lebenslauf Abschlusszeugnis Ausbildung Arbeitszeugnis

Muster-Vorlage mit Platzhaltern

Diese Vorlage kannst du kopieren und ausfüllen. Die eckigen Klammern ersetzt du durch deine Angaben. Lösch am Ende alle Sätze, zu denen du nichts Konkretes zu sagen hast. Ein kürzeres, ehrliches Anschreiben ist besser als ein langes mit leeren Stellen.

Muster-Anschreiben zum Ausfüllen

Betreff: Bewerbung als [Stellenbezeichnung aus der Anzeige], Kennziffer [Nummer]

[Vorname Nachname] [Straße Hausnummer] [PLZ Ort] [Telefon] [E-Mail] [Firma] [Frau/Herr Vorname Nachname] [Straße Hausnummer] [PLZ Ort] [Ort], [Datum] Bewerbung als [Stellenbezeichnung], Kennziffer [Nummer] Sehr geehrte/r [Frau/Herr Nachname], [Einstieg: Was machst du gerade, und was davon passt am besten zur Stelle? Ein bis zwei Sätze.] [Anforderung 1 aus der Anzeige] bringe ich mit: [konkrete Situation oder Aufgabe aus deinem Alltag]. [Anforderung 2]: [Beleg, zum Beispiel Software, Zahl, Zuständigkeit]. [Anforderung 3]: [Beleg aus Job, Ausbildung, Ehrenamt oder Nebenjob]. [Warum dieser Betrieb: ein Satz, der nur auf diese Firma zutrifft.] [Eintrittstermin oder Kündigungsfrist]. [Gehaltsvorstellung, nur wenn gefragt.] Ich freue mich darauf, Sie im Gespräch kennenzulernen. Mit freundlichen Grüßen [Unterschrift] [Vorname Nachname] Anlagen [Lebenslauf] [Zeugnisse] [Nachweise]

Welche Fehler kosten die meisten Chancen?

Manche Fehler sind klein, wirken aber groß. Das Gute: Du kannst sie alle vor dem Abschicken finden.

  • Falscher Firmenname oder falsche Ansprechperson, weil ein altes Anschreiben kopiert wurde. Das ist der häufigste Grund für ein schnelles Aus.
  • Rechtschreibfehler im Namen der Ansprechperson oder in der Stellenbezeichnung.
  • Der Lebenslauf wird nacherzählt. Das Anschreiben soll auswählen und verbinden, nicht wiederholen.
  • Nur Eigenschaften, keine Belege: teamfähig, belastbar, flexibel, kommunikativ.
  • Jeder Satz beginnt mit „Ich“. Stell ab und zu um: „In meiner jetzigen Stelle …“ oder „Seit 2022 …“.
  • Zu viel Unterwürfigkeit: „Ich hoffe, Sie geben mir eine Chance.“ Du bietest etwas an, du bittest nicht um einen Gefallen.
  • Negative Aussagen über den alten Arbeitgeber. Das fällt immer auf dich zurück.
  • Erfundene oder aufgeblähte Erfahrungen. Im Gespräch fragt man nach, und dann wird es unangenehm.
  • Eine Datei mit dem Namen „Anschreiben_final_neu2.docx“. Benenne sie sauber, etwa „Anschreiben_Keller_Filialleitung.pdf“.

Wie unterscheiden sich Anschreiben für Ausbildung, Quereinstieg und Initiativbewerbung?

Der Aufbau bleibt gleich. Was sich ändert, ist die Art der Belege.

Anschreiben für eine Ausbildung

Hier erwartet niemand Berufserfahrung. Deine Belege kommen aus Schule, Praktikum, Nebenjob, Hobby oder Familie. Ein Schülerpraktikum in einer Autowerkstatt, bei dem du Reifen gewechselt hast, ist für eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker ein starker Beleg. Erklär außerdem kurz, warum du dich für genau diesen Beruf entschieden hast. Mehr Beispiele findest du unter Bewerbung für eine Ausbildung.

Anschreiben beim Quereinstieg

Beim Quereinstieg ist die wichtigste Frage: Was nimmst du aus deinem alten Beruf mit? Eine Friseurin, die in die Kundenberatung wechselt, bringt jahrelange Übung im Umgang mit Menschen mit, die Wünsche nicht klar ausdrücken. Ein Lagerarbeiter, der Berufskraftfahrer werden will, kennt Ladungssicherung und Lieferscheine. Nenn diese Brücken ausdrücklich und sag, was du für den Wechsel schon getan hast. Der Beitrag zur Quereinstieg-Bewerbung geht tiefer.

Initiativbewerbung

Ohne Anzeige fehlen dir die Anforderungen. Dann suchst du sie selbst: Was braucht der Betrieb vermutlich? Schau auf die Website, frag nach, oder nimm eine ähnliche Anzeige eines anderen Arbeitgebers als Vorlage. Das Anschreiben ist hier eher kürzer und nennt ganz klar, in welchem Bereich du arbeiten möchtest. Ein fertiges Muster steht im Beitrag zur Initiativbewerbung.

Checkliste vor dem Abschicken

Geh diese Punkte einmal durch, bevor du auf Senden drückst. Am besten mit etwas Abstand, zum Beispiel am nächsten Morgen.

  1. Firmenname, Ansprechperson und Adresse stimmen und sind richtig geschrieben.
  2. Der Betreff nennt die Stelle so, wie sie in der Anzeige heißt, und gegebenenfalls die Kennziffer.
  3. Der erste Satz sagt etwas über dich, nicht über die Tatsache, dass du dich bewirbst.
  4. Jede wichtige Anforderung der Anzeige hat einen Beleg aus deinem Alltag.
  5. Es gibt mindestens einen Satz, der nur auf diesen Betrieb passt.
  6. Eintrittstermin steht drin, Gehaltsvorstellung nur, wenn danach gefragt wurde.
  7. Das Anschreiben passt auf eine Seite, ohne dass die Schrift winzig ist.
  8. Keine Rechtschreibfehler. Lass es von einer zweiten Person lesen oder lies es rückwärts, Satz für Satz.
  9. Grußformel ohne Komma, Unterschrift vorhanden.
  10. Die Datei ist ein PDF mit sauberem Namen, und die genannten Anlagen liegen auch wirklich bei.

Und wie geht es nach dem Anschreiben weiter?

Wenn das Anschreiben steht, fehlt meist noch der passende Lebenslauf. Beide sollten zusammenpassen: gleiche Schrift, gleicher Kopf, gleiche Angaben. Wie du ihn aufbaust, erklärt der Beitrag Lebenslauf schreiben.

Danach heißt es abschicken und dranbleiben. Bewirb dich auf mehrere Stellen parallel, und behalte im Blick, wo du wann etwas geschickt hast. Passende Anzeigen findest du in der Jobsuche. Und wenn es darum geht, Sätze noch natürlicher zu machen, hilft der Beitrag Anschreiben ohne Floskeln mit vielen Vorher-nachher-Beispielen.

Häufige Fragen

Wie lang sollte ein Anschreiben sein?
Ein Anschreiben sollte höchstens eine DIN-A4-Seite lang sein. Im Text reichen meist drei bis vier Absätze: Einstieg, Hauptteil mit Belegen und ein kurzer Schluss. Wer mehr Platz braucht, hat meist Floskeln drin, die gestrichen werden können.
Was gehört in den ersten Satz eines Anschreibens?
Der erste Satz sollte zeigen, was du für die Stelle mitbringst, etwa deine aktuelle Tätigkeit oder einen konkreten Bezug zum Betrieb. Dass du dich bewirbst, steht bereits im Betreff. Formulierungen wie „Hiermit bewerbe ich mich“ verschenken deshalb die wichtigste Stelle des Briefs.
Muss ein Anschreiben nach DIN 5008 aufgebaut sein?
Es gibt keine Pflicht, aber DIN 5008 ist in Deutschland der übliche Standard für Geschäftsbriefe. Wer sich grob daran hält, wirkt ordentlich und erleichtert dem Leser die Orientierung. Wichtig sind vor allem die richtige Reihenfolge der Bausteine und eine Grußformel ohne Komma.
Was schreibe ich, wenn ich keinen Ansprechpartner habe?
Such zuerst auf der Website des Unternehmens oder ruf kurz an und frag, wer für Bewerbungen zuständig ist. Findest du keinen Namen, ist „Sehr geehrte Damen und Herren“ weiterhin korrekt. Eine persönliche Anrede wirkt aber fast immer besser.
Soll ich meine Gehaltsvorstellung ins Anschreiben schreiben?
Nur wenn die Stellenanzeige ausdrücklich danach fragt. Dann gehört sie in den Schlussteil, am besten als Bruttojahresgehalt. Ohne Aufforderung besprichst du das Gehalt lieber im Vorstellungsgespräch.
Darf ich dasselbe Anschreiben für mehrere Bewerbungen nutzen?
Den Briefkopf, die Grußformel und einzelne Belege kannst du wiederverwenden. Einstieg, Hauptteil und der Satz zum Betrieb sollten aber für jede Stelle angepasst werden. Personaler erkennen Serienbriefe schnell, weil die Anforderungen der Anzeige nicht aufgegriffen werden.
Muss das Anschreiben unterschrieben sein?
Ja, eine Unterschrift gehört dazu, auch bei einer Bewerbung per E-Mail oder über ein Portal. Dort fügst du eine eingescannte Unterschrift als Bild ein. Darunter steht dein Name noch einmal in Druckschrift.

Quellen

  1. Universität Bamberg, Recruiting Trends: Bewerbung der Zukunft (2017)
  2. Stepstone, Application Quality Studie (2025)

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: 26. September 2026.

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